Neuerscheinungen
tfm: Jura Soyfer. Ein Studi(en) Projekt am tfm (2010)
208 Seiten
Im siebzigsten Todesjahr des österreichischen Dramatikers, Lyrikers und Romancier Jura Soyfer,
der 26jährig im Konzentrationslager Buchenwald starb, fand am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft
unter der Leitung von Gabriele C. Pfeiffer die zweisemestrige Lehrveranstaltung
"Jura Soyfer (1912-1939) - Theater- und Lebensdramen" statt. Die Ergebnisse dieser Lehrveranstaltung
liegen nun in Buchform vor. Die Artikel der Studierenden wenden sich einzelnen Aspekten im Leben
und Werk des Schriftstellers zu; davon ausgehend analysieren sie auch politische und ästhetische
Konstellationen, sowie den gegenwärtigen Aufmarsch der Rechten.
Mechthild Podzeit-Lütjen: Fittiche für Tirza (2009)
AstorMedia55:02 Minuten
Mit sensiblen Texten nähert sich die Schriftstellerin Mechthild Podzeit-Lütjen
den figurativen Bildern des österreichischen Malers Leander Kaisers und verleiht ihnen dadurch
Worte. Worte, die uns der Burgschauspieler Martin Schwab auf diesem Tonträger in ausdrucksvoller
Weise zu Gehör bringt. Begleitet wird das Gesprochene vom Ensemble F.L.I.P., welches sich aus Mitgliedern
der Wiener Symphoniker zusammensetzt. Ernst Istler hat mit Violine, Bratsche, Englisch Horn
und Fagott ein exquisites, feines Quartett zusammengestellt, welches den Texten der Autorin einen
stilvollen Musikrahmen verleiht.
Diese Hörbuch CD beinhaltet ein ausführliches Booklet mit Texten der Autorin
Mechthild Podzeit-Lütjen sowie die dazugehörenden Abbildungen der Werke Leander Kaisers.
WORT-WERK: amende - Tod im Hochglanz
amendeMagazin zur Kultur der Endlichkeit
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Das Kollektiv WORT-WERK betritt mit der ersten Ausgabe vom amende nicht nur das ungeheuer weite Feld der Endlichkeit in all ihren Facetten, sondern auch Neuland - als Herausgeber und Gestalter eines Magazins, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, dem Tod seine ihm gebührende Plattform zu bieten.
Aus dem Editorial: "Das Leben ist eine Abfolge von Unsicherheiten und Ungewissheiten. Aber eines ist für jedes Lebenswesen auf dieser Erde ein unleugbares Faktum: An seinem Ende steht der Tod. Kaum etwas anderes als diese absolute und einzige Gewissheit hat die Menschen aller Jahrhunderte so beschäftigt und bewegt - von Kunst, Literatur, Musik, Film bis hin zu Architektur, Medizin und natürlich Religion - wie der Tod und die Vergänglichkeit."
Die theatralische Niederkunft des 1. Magazins zur Kultur der Endlichkeit findet am 3. Oktober 2009 im Bestattungsmuseum der Bestattung Wien (1040, Goldeggasse 19) statt. Beginn 19 Uhr. Entbindungshelfer Karl Ferdinand Kratzl.
Rosmarie Thüminger: Mit offenen Augen. Adele Stürzl. Eine Annäherung (2009)
TAK VerlagISBN 978-3-900888-46-6
214 Seiten
Rosmarie Thüminger zeigt in ihrem Buch "Mit offenen Augen" eine mutige Frau. Es ist eine Würdigung, eine respektvolle Annäherung an Adele Stürzl, die im Widerstand ihr Leben verlor.
Adele Stürzl wurde 1892 in Favoriten geboren. Nach harten Jugendjahren als Dienstmagd wagt sie den Ausbruch ins Ungewisse und fährt nach Wien zurück. Hier kommt sie in Kontakt mit der Sozialdemokratischen Arbeiterbewegung. In Budapest lernt sie ihren Mann kennen. Mit ihm zieht sie nach Beendigung des 1. Weltkrieges nach Kufstein in Tirol.
Ihr politisches Engagement in der Partei als führendes Mitglied, ihr Eintritt in die KPÖ und ihr unbezwingbarer Einsatz gegen Faschismus und Nationalsozialismus werden in dem Buch von Rosmarie Thüminger in engagierter und einfühlsam recherchierter Weise beschrieben.
Bernhard Halmer und Peter A. Krobath: Lexikon der Sabotage. Betrug, Verweigerung, Racheakte und Schabernack am Arbeitsplatz (2009)
SonderzahlISBN 978-3-85449-295-5
192 Seiten
Es gibt unerlaubte Handlungen im (Berufs-)Leben, von denen durchaus geredet wird - aber nur hinter vorgehaltener Hand. Was im privaten Jargon gerne als Notwehr oder Heldentat umschrieben wird, ist juristisch gesehen nichts anderes als Betriebskriminalität.
Aus der Sicht der Akteure stellen sich diese Sachverhalte meist entspannter und oft auch amüsant dar. Die Rede ist vom notwendigen Aufbessern des Gehalts in prekären Arbeitsverhältnissen, von der sozialen Rebellion, aber auch vom kindischen Unfug, cleveren Austricksen, kreativen Schabernack.
Das Lexikon der Sabotage gibt einen spannenden und soziologisch interessanten Einblick in die psycho-soziale Befindlichkeit von ArbeitnehmerInnen und freien Mitarbeitern.
Eugenie Kain: Schneckenkönig. Erzählungen (2009)
Otto Müller VerlagISBN 978-3-7013-1158-3
136 Seiten
Ein Mann bleibt zurück, seine Frau geht auf Forschungsreise. Eine Frau verfolgt den Vogelflug. Ein in sich gekehrter Junge legt seiner Großmutter ein Schneckenhaus ins Grab. Eine Frau möchte doch einfach nur ein Kabel umtauschen! Die Geschichte eines Kirschbaums wird zur Geschichte eines Lebens. Ein Paar, ein romantisches Essen zu zweit: entzweit.
Menschen werfen Fragen auf, scheitern am Nächsten und hüten ihre verborgensten Geheimnisse. Mystische Tiere philosophieren über das Leben, Musen streiten darüber, wie eine Geschichte erzählt werden kann.
Eugenie Kain verleiht nicht den Lauten und Schrillen eine Stimme, sondern den Leisen, kaum Wahrnehmbaren. Denen, die an den Rand gedrängt oder in sich gefangen sind, denen niemand zuhört. Doch wir hören sie durch die Autorin und werden wundersam berührt.
Eva Jancak: Das Haus (2009)
digitaldruck.atBestellung bei der Autorin
Otto Lambauer schrieb über "Das Haus": "Vier Frauengenerationen stehen im Mittelpunkt der Erzählung (...). Anhand der Lebensgeschichten von Klara Gerstinger, deren Tochter Johanna, deren Enkelin Sarah und der Urenkelin Naomi zeichnet Eva Jancak trotz der Kompaktheit der Erzählung einen breiten Bogen über 100 Jahre österreichische Geschichte, vor allem auch über 100 Jahre österreichische Frauengeschichte.
Den Rahmen der Erzählung bildet ein groß angelegter Rückblick der Protagonistinnen am Vorabend von Klaras 100. Geburtstag, der mit der 100 Jahr Feier des Otto Wagner Spitals zusammenfällt, an das Klara, Johanna und Sarah als Psychiaterinnen schicksalhaft gebunden sind. Und so gibt der Erzählung auch einen Überblick über 100 Jahre Psychiatriegeschichte."
Eva Jancak: Die Radiosonate oder das einsame Jahr (2009)
digitaldruck.atBestellung bei der Autorin
Was passiert, wenn man so einsam ist, daß man niemand anderen als die anonymen Stimmen zweier Radiomoderatoren hat, die einen durch den Tag begleiten? Die wenig erfolgreiche Schriftstellerin Elsa Eisenstein möchte mit der Beantwortung dieser Frage eine Romanausschreibung eines deutschen Großverlages gewinnen. Während der Ressortchef des Kulturprogramms seine beginnende Parkinsonerkrankung seiner Kollegin Amanda Silberkandl verheimlichen will. Aber die hat andere Sorgen, da sie gerade von einem tschetschenischen Asylwerber eine unbekannte Mozartsonate zugesteckt bekommen hat und auch noch mit ihrer sich in der Pubertät befindenden Tochter Natalie zurechtkommen muss.
Die Erzählung "Radiosonate" stellt das Leise, leicht zu Übersehende in einer perfekt stilisierten immer inhumaner werdenden Welt, in den Mittelpunkt.
Hilde Schmölzer: Frauenliebe. Berühmte weibliche Liebespaare der Geschichte (2009)
PromediaISBN 978-3-85371-295-5
236 Seiten
Frauen haben einander zu allen Zeiten geliebt. Doch wurde Frauenliebe je nach Epoche unterschiedlich bewertet. Während sie im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit mit dem Tod bestraft werden konnte, waren Frauenfreundschaften in der Romantik nicht nur toleriert, sondern gesellschaftlich teilweise gut angesehen. Gegen Ende des 19. und im 20. Jahrhundert hingegen setzte sich unter dem Einfluss der Psychiatrie, die Theorie von einer ererbten Abnormalität durch, die jetzt zwar weniger strafwürdig schien, dafür aber geächtet war.
Hilde Schmölzers Doppelbiographien erzählen über Glück und Unglück, Liebe, Begehren und Streit, ein gemeinsames Leben und die jeweiligen historischen Zusammenhänge.
Doppelbiographien von Bettine Brentano & Karoline von Günderrode, George Sand & Marie Dorval, Charlotte Bronte & Ellen Nussey, Auguste Fickert & Ida Baumann, Virginia Woolf & Vita Sackville-West, Gertrude Stein & Alice B. Toklas, Anna Freud & Dorothy Burlingham.
Judith Gruber-Rizy: Drift. Roman (2009)
Edition Art ScienceISBN 978-3-902157-54-6
170 Seiten
Wie in einem Mosaik wird im Roman "Drift" das Leben der Protagonistin Rosa auf verschiedenen Erzählebenen dargestellt. Obwohl Rosa in einem von Frauen geprägten Haushalt aufwächst, unterwirft sie sich früh der von Realismus geprägten Welt des Vaters und damit der Männer und findet erst spät im Erwachsenenalter zu einer selbständigen und selbstbewussten Haltung. Regelrecht seziert wird dabei das Geflecht der Beziehungen innerhalb der Familie. Rosas Auseinandersetzung mit ihrer Sozialisierung als Frau, mit den Widersprüchen, die dabei auftauchen, mit den Fragen Anpassung und Nichtanpassung stehen im Mittelpunkt des Romans.
Stefan Schmitzer: wohin die verschwunden ist, um die es ohnehin nicht geht (2009)
Literaturverlag DroschlISBN 978-3-85420-754-2
148 Seiten
Eine junge Frau, die sich von zwei Männern entführen lässt, weil sie drauf steht, dass sich die Jungs um sie prügeln. Ein Wettbüro, in dem um Wohnungseigentum und Selbstanzeige wegen Suchtmittelbesitz gewettet wird. Ein Lehrer, der einem Schüler nachstellt.
Schmitzer führt die LeserInnen an neuralgische Stellen unserer Städte, unseres sozialen Lebens: Härte, Gewalt, Perspektivenlosigkeit. In einem direkt zupackenden Tonfall erzählt Schmitzer diese Ballade um eine junge Mutter, die ihr Kind weggibt. Aber "um sie geht es ohnehin nicht": der dominante Handlungsstrang ist die Begegnung ihres halbwüchsigen Sohns mit seinen möglichen Vätern, um eine Gruppe von Menschen also mit unterschiedlich schlechten Aussichten, aber mit viel Power.
Peter Clar: Nehmen Sie mich beim Wort (2009)
SonderzahlISBN 978-3-85449-310-5
128 Seiten
Wie bei M. C. Eschers berühmtem Bild der sich selbst zeichnenden Hand schreibt sich dieser Text wie von selbst, fällt sich aber auch ständig ins Wort und treibt so sein lustvolles Sprachspiel auf die Spitze: Findet seine Fortsetzung in den Unterbrechungen, die Unterbrechungen wiederum gehen bruchlos im Textganzen auf.
"Also das ist schon ironisch, dass X ein Mann und Y eine Frau, wo doch das Y mit dem X erst ein Mann, das reine X aber eine Frau und dreimal das X die Bestimmung derselben." Voller Sprachwitz geleitet Clar uns Leser durch den (Nicht-)Beziehungsdschungel, der ein Sprachdickicht ist. Wenn Sie den Autor beim Wort nehmen, nimmt er Sie an der Hand, führt Sie aufs Glatteis und dreht elegant seine Sprachpirouetten mit Ihnen.
Manfred Chobot (Hg.): Genie & Arschloch. Licht- und Schattenseiten berühmter Persönlichkeiten (2009)
Molden-Verlag WienISBN 978-3-85485-234-6
279 Seiten
Berühmte Schriftsteller, Musiker und bildende Künstler glänzen, locken und verführen. Mit so manchen meint man vertraut zu sein, kennt zumindest deren Werke. Sie sind die Sterne auf dem künstlerischen Himmel weniger. Indes verbergen sich oftmals hinter der leuchtenden Fassade menschliche Schwächen. Genie & Wahnsinn oder Genie & Arschloch? Die Grenzen sind fließend. Anhand von Streiflichtern durch die Biografien exemplarischer berühmter Männer und Frauen soll so manches Bild des Genies zurechtgerückt werden. Die in diesem Band Beschriebenen: Gottfried Benn, Richard Billinger, Johannes Brahms, Bert Brecht, Ernest Hemingway,Wassily Kandinsky, Katherine Mansfield, Pablo Picasso, Arthur Rimbaud, Arno Schmidt, Franz Stelzhamer, Karl Valentin und Richard Wagner.
